Mittwoch, 4. Juni 2014

Insel im Regen



Hallo zusammen,

na, das ist ja vielleicht ein Willkommen auf Alonissos - und bevor jemand fragt: Nein, kein Seminar dieses Jahr, nur Urlaub.

Zur standesgemäßen Bekleidung auf der Insel:
Ich trage eine dreiviertellange Leggings (keine längere dabei, schon gar keine "richtige" Hose), zwei T-Shirts übereinander, ein Sporttube um die Nieren (wegen der Kälte), ein Jäckchen (na ja, ein paar Ärmel eher) und: einen bunten Schal. Yassou!


Seit unserer Ankunft gestern regnet es in Strömen; ach was, es pisst. Dabei sind es ca. 17 "C. Aber wisst Ihr was: Egal, es ist Urlaub. Die Terrasse meines neuen Zimmerst hat eine Markise, was es möglich macht, trotz Bewässerung draußen zu sitzen und zu frühstücken.


Nein, der Tabasco kommt nicht in den Kaffee, ich bin ja kein Alien, der war für die Spiegeleier. Was tut man also auf der Insel seiner Träume, wenn das Wetter ausfällt?

Ich fürchte, Blödsinn schreiben.

Ach ja, noch ein Tipp für die Daheim gebliebenen: Wenn Ihr Flipflops anzieht, sind die Füße schon nass und können es auch nicht mehr werden. Das macht dann auch das Trocknen des Schuhwerks einfacher, denn trocknen tut hier nix.

Sonnige Grüße von Alonissos,
Georgia

Dienstag, 1. Oktober 2013

Vertrieb killt Produkt



Hallo zusammen,

nun muss ich mich doch heute wirklich mal ein wenig aufregen.





































Es gibt da so tolle Zehenschuhe, sogenannte Barfußschuhe, deren Hersteller ich jetzt hier nicht nenne, weil ich keinen Bock auf Rechtsstreitigkeiten habe.

Ende August bestellte ich bei besagter Firma in Deutschland!!! ein paar Schuhe. Ich bezahlte sie im Voraus, aber, siehe da, sie kamen nicht.

Heute, am 01.10., habe ich in München angerufen und nachgefragt. Ja, man hätte mir eine Bestätigung per Mail geschickt und das Paket sei nicht abgeholt worden, daher ging es zurück.
Bis heute: Keine Meldung, keine Frage, und vor allem: Kein Geld zurück.

Ok. Kann ja passieren.

Ich sagte dem Herrn also ganz freundlich, dass ich weder eine Mail noch eine Abholbenachrichtigung erhalten hätte. Antwort: "Da sind Sie die erste und einzige in 20 Jahren."

Kundenservice: mangelhaft. Ich dachte: Dann halt nicht. Und bat freundlich um Rücksendung des Kaufpreises.
Kommentar:
"Da sind uns Kosten entstanden für Hin- und Rücksendung."

Ich war immer noch freundlich und antwortete: "Dann ziehen Sie die doch bitte ab und überweisen Sie die Differenz zurück."

"Sie wollen die Schuhe nicht mehr?"

"Nein..."

Daraufhin fragte er im Hintergrund zurück. Und jetzt kommt der Hammer:
"Wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis zurück. Aber bestellen Sie bitte nicht mehr bei uns."

Nun bin ich also eine Lügnerin und habe bei VFF (ups, ich hab's gesagt) auch noch Hausverbot.

Ich habe im Leben bereits 6 Paar dieser Schuhe verschlissen. Kosten pro Paar 80 - 100 Euro. In fünf Jahren. Es wären gewiss noch ein paar mehr geworden. Leider ist mir das Produkt dadurch derart mörderisch unsympathisch, nein, wartet, UNSYMPATHISCH geworden, dass ich die Schuhe nicht mehr mag. Lauf ich halt in Adidas, was soll's...

Es ist halt doch nicht immer das Produkt allein, was zählt...

Ihre und Eure (leicht angefressene)
Georgia

Sonntag, 13. Januar 2013

Ich will schäumen!

Achtung, dies ist ein Plädoyer für mehr Leidenschaft im Alltag. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass viele alltägliche Dinge, die Grund zur Freude wären, "mal eben so" übergangen werden, wenn wir Pech haben, noch mit irgendeiner dämlichen Moral im Gepäck. Brrr....

Als Beispiel:
Ich habe mir beim Friseur ein sündhaft teures Shampoo gekauft. Es macht wirklich schöne Haare. Als ich die Flasche entgegennehmen wollte, hielt der Maestro sie zurück. Er schaute mich eindringlich an, als wollte er mir einen Heiratsantrag machen. Dann sagte er: "Von diesem Shampoo brauchst du nur ganz wenig, eine winzige Menge sozusagen. Möglicherweise schäumt es nicht, aber das macht nichts. Die Haare werden trotzdem sauber. Wenn nicht, dann wasch sie noch einmal mit einer WINZIGEN Menge. Verstanden?" Ein weiterer stechender Blick, bestätigendes Nicken meinerseits, und die Flasche wechselte gegen 17 Euro in meinen Besitz über.

Zwei Tage später wende ich es an. Eine winzige Menge. Es schäumt nicht. Beim Waschen fühlen sich die Haare nicht sauber an. Ich wasche sie noch einmal. Es schäumte nicht. Sauber werden sie wohl sein, dachte ich, aber sexy ist das nicht.
Wieder zwei Tage später fühle ich mich rebellisch und nehme mehr. Deutlich mehr. Sch... auf 17 Euro. Es schäumt. Ganz wunderbar. Luftige Schaumwölkchen erheben sich über meinem Kopf, schweben auf die Wasseroberfläche zu und tanzen einen kleinen Reigen. Fluffig und duftig. Ich spüle die Haare aus... sexy! Das Shampoo hielt trotzdem ein halbes Jahr.

Seitdem überdenke ich derartige Anweisungen akribisch. Folgendes habe ich festgestellt:

- Leberwurst muss verdammt dick aufs Brötchen, damit sie schmeckt. Die Zähne gleiten durch eine dicke Schicht köstlicher, kühler Leberwurst, bevor sie auf das knusprige, noch warme Brötchen treffen und der Geschmack im Mund explodiert. Na, Hunger? Dicke Leberwurst ist sexy, dünne Leberwurst macht angeblich schlank. Ich glaube nicht.
- Als Kind wurde ich mal von den Eltern einer Freundin dafür gerügt, dass ich dick Rübenkraut aufs Brot geschmiert habe, und zwar mit den Worten: "Das macht man nicht. Das ist egoistisch. Man kratzt das aufs Brot." Ich war zehn Jahre alt. Ich bin aufgestanden, habe den Tisch und das Haus der Freundin verlassen und bin ohne ein Wort nach Hause gegangen. Ich habe es natürlich meiner Mutter erzählt. Ihr Kommentar ist mir entfallen, beinhaltete aber vermutlich das Wort "Spießer".
- Das gleiche gilt für Schimmelkäse. Dick, cremig, üppig. Nichts da mit light. Ach ja, ich esse gern.
- In einen herrlichen Strauß Rosen muss man die Nase stecken, schnuppern, um mit einem breiten Grinsen wieder aufzutauchen und sich zu bedanken. Ein säuerliches "Das wäre doch nicht nötig gewesen..." ist erwachsen, aber ebenfalls unsexy.
- Ben Stillers Klowitze mögen nicht damenhaft sein, aber es gibt nur wenige Dinge, die mich so zum lachen bringen. Ach ja, lachen. Ich bin mal aus einem schottischen Restaurant geflogen, weil ich einen Lachanfall bekommen habe. Man war sich nicht zu schade, Geld für das überteuerte Essen und das Bier zu nehmen, aber lachen durfte man dort nicht. Ich habe kurz überlegt, mir Vorwürfe zu machen. Dann kam ich zu dem Schluss, dass die Bedienung einen Fisch im Hintern hatte.

Leute, bitte, genießt dieses verdammte Leben doch! Klar, aufregen gehört auch dazu. Dann aber bitte einmal richtig.
Freuen gehört auch dazu. Über das Kompliment. Die Blumen. Die mitgebrachte CD. Ein Exfreund hat mich doch tatsächlich mal entrüstet gefragt: Was freust du dich eigentlich immer so? Fisch, siehe oben.
Wenn der Liebesroman großartig war, warum nicht mal dem Autor eine E-Mail schicken? Oder einen Brief. Habe ich mal gemacht. Die Reaktion war erstaunlich. Die Dame war in USA eine Berühmtheit. In ihrer Antwort schrieb sie: Ich habe mich so über deinen Brief gefreut. Als Autor sitzt man oft vor der Wand und weiß überhaupt nicht, wie das Geschriebene ankommt. Danke!

Uff, so viele Worte... aber ich denke, die Botschaft ist angekommen. Ich will schäumen.
Wer schäumt mit?

Ihre und Eure Georgia



Montag, 31. Dezember 2012

Happy New Year

Ein ganz wunderbares neues Jahr mit
- viel Freude
- allem, was du dir wünschst
- viel Feuer und Leidenschaft
- Träumen, die es sich zu jagen lohnt

und allem, was du dir noch erträumen kannst.

Frohes 2013!

Freitag, 28. Dezember 2012

Kissin' Dynamite

Ok, so was kommt zustande, wenn der Beste einen auf "herrliche neue Musikvideos" hinweist und man gleichzeitig nach dem Musikgeschmack seines neuen, aktuellen Serienkillers fahndet...

Ich darf vorstellen: Kissin' Dynamite.

http://www.youtube.com/watch?v=lPtp94HGDzI&sns=em

Ich gebe es zu, ich habe gerade die 2012er CD bestellt. Das kommt davon, wenn man sich zu sehr mit seinen Serienkillern identifiziert.

"Stimme aus dem Off: Das ist auch nicht anders als die frühen Bon Jovi..."

Also, viel Spaß beim Anhören, oder einfach demnächst bei mir in der Praxis...

Ihre und Eure (seriengekillte) Georgia

Freitag, 21. Dezember 2012

Feedback

Wir nähern uns dem Jahresende, dem Weltuntergang und ich mich dem Ende meines Teilzeitexperiments, das wahrscheinlich eines nicht bleiben wird: Ein Experiment.

Feedback habe ich auch bekommen.

Sehr viel positives sogar. Eine Patientin schrieb mir die folgenden Zeilen:

Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen, wenn wir uns entschließen, daraus zu erwachen.
Ich denke mal, Sie haben noch genug Träume, aber wann soll man die verwirklichen, wenn man nur arbeitet und völlig eingebunden ist.

Danke dafür, das hat mich echt berührt!

Negatives Feedback habe ich auch bekommen: "Ich habe drei Wochen auf einen Termin warten müssen. Wenn das so bleibt, dann suche ich mir jemand anderen. Sie MÜSSEN Termine für Leute wie mich freihalten." (die spontan anrufen wollen anstatt...)

Darüber habe ich mich irrsinnig geärgert. Jede Form der versuchten Kontrolle über mich, meine Zeit und meine Arbeitsweise führt sofort zu vulkanartigen innerlichen Eruptionen.

Nun, das Experiment ist beendet, das finanzielle Fazit steht noch aus.
Eines ist klar: Ich werde weiterhin weniger arbeiten.
Ich kann es nicht allen recht machen, also mache ich es mir recht.

Werde ich die Preise erhöhen? Ja.
Wird das allen gefallen? Nein.
Fazit: siehe oben, orangefarbene Schrift.

Danke fürs Folgen, fürs Dabeisein, fürs Mitlesen. Schreiben hilft zwar, die Gedanken zu ordnen, ist aber nichts ohne Leserschaft.

Übrigens ist der nächste Krimi im Werden... diesmal ohne Homöopathen, dafür aber mit Spiegeln...

Frohe Weihnachten!

Georgia

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Viel im Kopf

Hallo zusammen,

nun ist fast das Ende meines Experiments erreicht, und irgendwie tut mir das leid.
Zuerst hatte ich Angst davor, weniger zu arbeiten (wie krank ist das denn? Angst, weniger zu arbeiten? *innerer Zensor aus*). Dann ein schlechtes Gewissen. Nach gutem Nachdenken, denn dafür habe ich jetzt Zeit, kam heraus: ein schlechtes Gewissen meinen Patienten gegenüber (obwohl im Dezember viel weniger Leute angerufen haben als sonst; wie bestellt!), ein schlechtes Gewissen... na ja, "man" (wer auch immer "man" ist) darf ja nicht so "faul" sein (was immer auch faul ist).

Ich verwende zu viele Klammern.

Nun habe ich wieder Angst. Genauso weiterzumachen wie vorher. Vorher... ich kann mir "vorher" kaum noch vorstellen.

Jetzt ist: entweder sehr früh aufstehen, bis zum späten Mittag arbeiten, nach Hause gehen und dennoch 2/3 der Patienten eines normalen Tages behandeln, dann noch Lust zum Sport / zum Schreiben / zum Malen und, oh ja, sich mit Freunden zu treffen; oder
spät aufstehen, frühstücken, Blog schreiben, über den nächsten Krimi nachdenken, dann zur Arbeit gehen, noch einen Sportkurs geben, spät nach Hause kommen, Essen, ein Glas Wein mit dem Liebsten...

Ihr seht, worauf das hinausläuft. Ich kann nicht weitermachen wie bisher.
Vielleicht geht es flexibler?
Reduziert, aber intensiv?
Anders?
Nach meiner Fasson? (*innerer Zensor: Kreisch... Du bist Dienstleisterin / Vollwaschsklavin / zu XY verpflichtet* - Antwort: halt die Klappe.)

Argumente FÜR die permanente Veränderung:
- meine gute Laune
- ich sehe jünger aus
- die angekündigte heftige Steuernachzahlung für 2012, die mir definitiv sagt, dass ich zu viel gearbeitet habe
- die Geschichten, Bilder, Lieder in meinem Kopf
- der wiederkehrende Humor

Fazit:
Das Experiment ist gelungen. Bloß: Wenn man einmal weiß, wie es sein kann, dann gibt man es nicht mehr her. Das ist wie mit dem iPad. Ja, es ging auch ohne. Ginge immer noch ohne. Aber...

Mir ist klar, dass all das nicht lebensnotwendig ist. Dass es Menschen gibt, die 60 h arbeiten müssen, um leben zu können.

Und dennoch mag ich hier sitzen, ohne schlechtes Gewissen "Last Christmas" hören (und ohne gleich das Portemonnaie zu zücken, weil in Afrika Menschen sterben - das tun sie nämlich das ganze Jahr, und wir haben zum Spenden 365 Tage Zeit, nicht nur 4 Adventssonntage) und mich auf 2013 freuen.

Auf mein 2013. Ihres. Eures. Unseres.

Lächeln!
Georgia